Evangelische Kirchengemeinde Waldstetten
 

Aktuelles 

Gottes Schöpfung ist sehr gut!

So hieß das Thema des diesjährigen Weltgebetstages, dessen Liturgie Frauen aus Surinam erarbeitet hatten.

Dazu fanden am 2. März 2018 Gottesdienste in Waldstetten und Wißgoldingen statt, die von katholischen und evangelischen Frauen aus unseren Gemeinden vorbereitet und durchgeführt wurden.

Wo liegt denn Surinam? Klingt der Name nicht asiatisch oder doch afrikanisch?

Surinam, der kleinste Staat in Südamerika, liegt im Nordosten des Kontinents, zwischen Regenwald und Atlantikküste, umrahmt von den Staaten Guyana im Westen, Brasilien im Süden und Französisch-Guayana im Osten.

Kaum ein Land auf der Welt verfügt über eine derartige Vielfalt an Ethnien, Sprachen, Religionen und Kulturen. Christen, Hindus, Muslime und Juden le­ben hier traditionell mit einer selbstverständlichen Toleranz zusammen. In der Haupt­­stadt Paramaribo steht eine alte Synagoge neben einer Ahmadiyya-Moschee; für Surinamer ist das ein gewohntes Bild.

 Missionare brachten den christlichen Glauben nach Surinam. Heute sind fast die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger von Surinam Christen,

Dieses Mosaik der Kulturen ist ein Ergebnis der Kolonialzeit. Ursprünglich wurde das Land von den Surinen besiedelt, die aber von anderen indigenen Gruppen vertrieben wurden. Ihnen verdankt Surinam seinen Namen. Um das Jahr 1500 begann die europäische Eroberung Südamerikas. Spanische, portugiesische und fran­­­­zösische, später englische Seefahrer trafen bei der Suche nach Gold auf die indi­gene Bevölkerung von Cariba und Arawak.

Das traditionell harmonische Zusammenleben der verschiedenen Volks­­gruppen gerät durch den drohenden Zusammenbruch von Surinams Wirtschaft zunehmend in Gefahr. Die Wirtschaft basiert auf dem Export der Rohstoffe Gold, Öl und Bauxit, das zur Aluminiumherstellung verwendet wird.

Das deutsche Weltgebetstagskomitee unterstützt in Surinam unter anderem die Frauenarbeit der Her­rn­huter Brüdergemeine mit einem Projekt zur Qualifizierung von Jugendlei­te­rin­nen als An­laufstelle für junge Frauen in Schwierigkeiten.

Der Klimawandel be­droht den Küstenstreifen; schon jetzt sind in der Regenzeit Teile von Paramaribo über­schwemmt. Auch die Frauen aus dem Weltgebetstagskomitee wollen zur Be­wa­hrung der Naturschätze Surinams beitragen.

Die Künstlerin Sri Irodikromo bringt in ihrem Bild die Dankbarkeit für dieses wun­der­bare Geschenk Gottes an die Menschen zum Ausdruck. A.K.

Gottesdienst zum Weltgebetstag 2018 in Wißgoldingen

Thema: Gottes Schöpfung ist sehr gut

Liturgie aus Surinam

Diesen Weltgebetstag feierten wir zum ersten Mal nicht in der katholische Kirche, sondern im dortigen Gemeindesaal. Es war eine neue und für die meisten Besucherinnen eine schöne Erfahrung.

Schon beim Eintreffen wurde jede mit einem kräftigen Schluck „Gingabiri“ – nach Surinam-Rezept selbst hergestellt – begrüßt. Wir saßen dann im doppelten Halbkreis um einen kleinen, mit Blumen, exotischen Früchten und einer Kerze geschmückten Altar.

Durch ein Anspiel bekamen wir schon einige Informationen über das Land Surinam. Die Bilder, die während der Liturgie an der Wand aufleuchteten, machten uns mit den Vertreterinnen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen bekannt. Eine CD mit mitreißenden Rhythmen begleitete und unterstützte uns beim Singen der Lieder.

Das Thema: „Gottes Schöpfung ist sehr gut“ wurde in einer Ansprache vertieft, aber auch die Kehrseite, unser räuberischer, verantwortungsloser Umgang mit unserer Welt beklagt.

Beim anschließenden Zusammensein mit Hefezopf, Brot und Surinam-Kokos-Kuchen erfuhren wir noch viel über die Schönheit und die Probleme des Landes.

Mit Gesprächen und Begegnungen klang der Abend aus.

Den meisten Besucherinnen gefiel der neue Raum und die intimere Atmosphäre dort, so dass wir, das Vorbereitungsteam, den Gottesdienst künftig gerne dort wieder halten würden.

Eine Opferspende von 169,00€ konnten wir zur Weiterleitung an ein Projekt des Weltgebetstages an das evangelische Pfarramt in Waldstetten übergeben.

U.K.


Großer Erfolg: Lutherspiel in Waldstetten

„Begegnungen mit Luther“

„Die Angst mich zu verzweifeln trieb“, hatte Martin Luther in einem Kirchenlied gedichtet (EG 341). Diese Seelennot erlebten die Zuschauer in den beiden gänzlich ausverkauften Aufführungen des „Lutherspiels“ in der evangelischen Erlöserkirche Waldstetten hautnah. Sie spürten aber auch die unbändige Freude des Reformators, mit Leib und Seele mitreißend verkörpert durch Pfarrer Jörg Krieg, über die Neuentdeckung der „frohen Botschaft“, des „Euangelions“. Es durfte über deftige Szenen, über Verfremdungseffekte und überraschendes Einbeziehen der Zuschauer gelacht werden. Wichtig war offenbar dem Autor des Textbuches, Dr. Helmut Wendeberg, durch authentische Texte in Verbindung mit phantasievollen Ausschmückungen den Handlungsbogen zu spannen von der Loslösung von Ängsten und Ablasshandel über die 95 Thesen Martin Luthers und den Ereignissen beim Wormser Reichstag zur „Confessio Augustana“, dem heute noch gültigen Bekenntnis der Evangelischen Kirche mit dem Versuch Philipp Melanchthons, die Einheit der Kirche zu retten. Die geschichtlichen Hintergründe wurden von der „Zeitreisenden“ und Sprecherin Renate Lemke erläutert. Versöhnliche Worte von „Kardinal Reinhard Marx“ und „Bischof Bedford-Strohm“ rundeten die Aufführung ab.

Der „Singkreis“ der Gemeinde gab mit gregorianischen Gesängen und Chorälen einen historischen festlichen Rahmen, der technisch von Frank Nussbaum ergänzt und professionell – vor schmucker Kulisse - ins „rechte Licht“ gerückt wurde. Für die Maske konnten Iris Weber, Johanna Bohne, Claudia Nuding und Anne Ole gewonnen werden, die den Darstellern mit viel Freude und Einsatz ein mittelalterliches Aussehen verpassten. Begeistert waren die Zuschauer von der hervorragenden Inszenierung, die der großen Erfahrung und dem Können des Regisseurs Wolfgang Volpp zu verdanken ist, der dem Team eine Höchstleistung abverlangte. Belohnt wurde diese durch Szenenbeifall und anhaltenden Schlussbeifall. Eine beachtliche Leistung für eine relativ kleine Kirchengemeinde und deren aktiven Kirchengemeinderat!

In weiteren Rollen wirkten mit: Albrecht Hartmann (Johann v. Staupitz), Elisabeth Ziegler (eine Magd), Doris Hauptmann (Martha Menner), Thomas Volpp (Reichssprecher), Thomas Wendeberg (Kaiser Karl V.), Helmut Wendeberg (Philipp Melanchthon), Ipek Kallenberger (Argula v. Grumbach), Anne-Sybill Kitzenmaier (Katharina v. Bora), Klaus Kallenberger (Johannes Brenz) und viele andere vor und hinter der Bühne.